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»» TM-Story II 1948

Die Trainingsmixstory II
... die unendliche Geschichte läuft weiter...!
Politiker, Pädagogen, Funktionäre,Trainer, Mütter und Väter sollten aufmerksam lesen! 

1943 - 1948... laufen um zu überleben!
Es war mal wieder ein heißer Sommertag in Polenz, dem Dorf in der Nähe von Dresden. Flimmernd  schien das Sonnenlicht über das Kartoffelfeld und die Hitze hatte schon lange die Erde in Staub verwandelt. Wie große farbige Blumen zeichneten sich die Rücken der fleißigen Kartoffelernter im grün/gelben Stengelmeer ab. Es war Erntezeit! Schon frühmorgens waren die Menschen auf von Pferden gezogenen Ackerwagen hin zu den weiten Feldern gefahren um das "Ackergold" aus dem Boden zu graben. Männer, Frauen, alte und junge, Deutsche, polnische Kriegsgefangene und wir Schulkinder schwitzten gemeinsam  bei der Arbeit. Für uns Kinder war das eine willkommende Abwechselung, da wir dann nicht zur Schule brauchten, wenn die große Kartoffelernte angesagt war.
Von Ferne heulten an manchen Tagen die Sirenen, die den Fliegerarlarm ankündigten. In letzter Zeit häuften sich die auf- und abschwellenden Töne. Auch an diesem Tag war es in der Mittagszeit mal wieder soweit. Wir hatten uns schon daran gewöhnt und gruben weiter die Kartoffeln aus, trugen sie in Körben zu den Ackerwagen um sie dort auszuschütten. In die heulenden Sirenentöne mischt sich ein anderer Ton, der immer mehr anschwoll und zum dröhnenden Propellergeräusch wurde. Sie griffen uns an! Zwei bis drei graugelbe Flugzeuge rasten im Tiefflug auf uns zu und feuerten mit Maschinengewehren und Bordkanonen auf die schreienden Menschen.
Wir liefen um unser Leben!
Die Ackerwagen waren der einzige Schutz. So schnell wir konnten sprinteten wir zu den Wagen und krochen nach Luft ringend darunter. Eine lange Schleife drehend kehrten die Flugzeuge zurück und schoßen noch einmal auf uns. Dann war Stille. Das heulende Pfeifen war vorbei und nur noch in der Ferne hörte man das Brummen der Motoren. Die Siren waren verstummt. Doch nun wurde die Stille von dem Schreien der Verwundeten und dem Klagen der Frauen übertönt.
Auch später, als wir Bremer Schulkinder von der Landverschickung wieder in unsere Heimatstadt zurück waren, mußten wir weiterhin oft um unser Leben laufen. Wenn die Sirenen ertönten wurden so schnell wie möglich die Bunker aufgesucht um Schutz vor den Bomben zu suchen.

Um nicht zu erfrieren oder zu verhungern mussten wir auch in  den nächsten Jahren sehr oft weite Strecken zurücklegen. In den umliegenden Wäldern von Bremen  wurde so lange Bodenholz gesammelt, bis nicht mehr ein einziger Ast zu finden war. "Kohlenklauen" in den Kohlebunkern der Bahn oder von den Kohlezügen auf den Geleisen war lohnend aber auch gefährlich. Oft mussten wir vor der Bahnpolizei davonrennen.
"Es gibt Brot"... wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, wenn mal wieder eine Bäckerei in Bremen einen Brottag durchführte. Wir gingen (meistens liefen wir um schnell dort zu sein) bis zu zwölf Kilometer und reihten uns in die lange Schlange ein. Traurige Gesichter gab es, wenn das Brot dann plötzlich vergriffenn war.
Ein weiteres Kapitel waren die Hamsterwanderungen. Nein, ich schreibe hier nicht von den kleinen niedlichen Tieren! Das war Hausieren und Betteln nach Nahrung bei den  Bauern in den Dörfern rund um Bremen. Wir wanderten bis zu 25 Kliometer und waren glücklich ein Ei, ein Stück Wurst einige Kartoffeln oder sogar ein Stück Schinken zu erhalten! Dann ging es mit meistens nur halbvollen Rucksack abends nach Hause zurück.
Ergänzt wurden die langen Wanderungen dadurch, dass wir zur Schule hin- und zurück gingen. Zu Fuß ging es zum Baden in der Schwimmanstalt oder in der Weser. Sehr oft liefen wir auch barfuß! 
Das war alles ein gutes Ausdauertraining!

Was haben wir wir aus Abschnitt II gelernt ?

Wir sind immer noch Jäger und Sammler, wie vor 2,5 Millionen Jahren!

Auf der nächsten Seite der TM - Story schreibe ich über den Start in das Sportleben!