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  • Was ist Trainingsmix 2000 plus?

    Wenden wir uns nun zwei der erfolgreichsten Lauftrainer zu, deren Trainingsmethoden maßgeblich die Entwicklung von Trainingsmix beeinflusstem.

  • Dauerlauf-Methode nach Dr. van Aaken
  • Lydiards Traning mit long jog und Hügellaufen (Neuseeland)
  • Cerutty-Natur-Methode (Australien)
  • Cross- und Tempolauf nach englischem Vorbild (Coe/Martin)
  • Polnisches Geländetraining
  • Afrikanische Methoden u.a. Keniagymnastik (modifiziert) (O'Connel/Kostede)
  • Rasenlauf-Training nach Kneipp
  • Hügellauf-Training ab 1960 modifiziert (Spies)
  • Modifizierte "Keniagymnastik" (Laufschule PARKHÖHE/Spies)
  • Rationelle Traingsplanung und Dokumentation (Petermann/Spies)
  • Bausteine Ernährung & Regeneration u.a. nach Dr. Wolfgang Feil
  •  Dauerlauf-Methode nach Dr. van Aaken

                                  "Laufen lernt man nur durch laufen" Dr. van Aaken

    Der Herr Oberpostrat Dr. Heinz Mennecke lief im Bremer Stadtwald. Runde für Runde im ruhigen Tempo auf dem 2765 Meter langen Waldweg. Wir, die Lydardtruppe, hatten uns nur eine Runde locker warm gelaufen und liefen unsere Tempoläufe auf den genau vermessenen Strecken. Das waren, immer von 200 Meter Markierungspunkten gekennzeichnet, Abschnitte von 200 m, 400 m, 800 m und 1000 Meter. Einmal im Jahr wurde auf Rekord gelaufen um in  den "8-minus-KLub" aufgenommen zu werden. Dazu musste man die 2,765-Runde unter 8 Minuten rennen! Das entspricht so um die 8:45 auf 3000 Meter. Ich hatte es als zweiter Bremer Läufer geschafft!  "Ihr lauft viel zu schnell und Marathon könnt ihr sowieso nicht laufen!" sprach der der drahtige Herr. Dr. Mennecke  war über 60 Jahre alt und hatte schon einige Marathonläufe, ja sogar "Hunderter" erfolgreich hinter sich. Es waren die sechziger Jahre, die Jahres des Aufbruchs der Laufbewegung. "Heinz ich gebe Dir als Lauftrainer mal eine Ausarbeitung von Dr. van Aaken, das ist ein Arzt aus Waldniel und der hat mehr Ahnung als viele Sportmediziner und Lauftrainer!" versprach der freundliche Alte.
    Nach einigen Tage lag ein dickes Paket kopierter Schreibmaschinenseiten in unserem Briefkasten. Wissbegierig las ich die Seiten durch und musste dabei oft im Lexikon und meinem biologischen Körperatlas nachlesen, um die Sache zu verstehen. Dr. van Aaken kritisierte das Intervalltraining aus Freiburg und ging nicht zimperlich mit Woldemar Gerschler, dem >Trainer des Abendlandes< wie ihm das Magazin "Der Spiegel " einmal betitelt hatte, um. Nun wir alle hatten ja Herrn Gerschler und Prof. Reindell sehr viel zu verdanken. Doch hatte Dr. van Aaken nicht Recht? Waren nicht viele von uns auf der Strecke geblieben, häufig verletzt und krank geworden? Befürworte nicht  der Erfolgtrainer aus Neusseland Arthur Lydiard  das laufen sehr langer Strecken von 20 bis 22 Meilen? Da war doch auch noch der australische Laufguru Cerutty, der seine Schüler fast nur in der freien Natur oder auf Rasenplätzen laufen lies und dabei sehr gute Erfolge hatte. Auch der Begründer der Wittenberger Laufschule, Artur Lambert  plädierte für die gleiche Laufmethodik. Da musste doch was dran sein?
    Erst einige Jahre später, als ich Dr. van Aakens 3 dicke Bücher (das waren 1622 Seiten) durcharbeitete,wusste ich dass wir richtig gelegen hatten, auf "Dr. Heinz Menneckes" Ratschlag gehört zu haben. Darüber kannst Du in den folgenden Zeilen und Folgen nachlesen!

    Die Biographie über Dr. van Aaken kannst Du im Internet unter www.dr-van-aaken.com aufrufen. Hier folgt nur ein kurzer Auszug:
    1947 entwickelte Dr. van Aaken seine Waldnieler Ausdauermethode (long slow distance) LDL!!!
    Erst sechs Jahre später baute Arthur Lydiard  die LDL-Methode in seine Trainingsarbeit ein!
    1953 gründete Dr. van Aaken den OSC Waldniel, der es auf 16 Deutsche Meisterschaften brachte!
    1961 Mitbegründer der IGäL Interessengemeinschaft der älteren Langtreckenläufer
    1964 sein bekanntester Schüler war Harald Norpoth (Weltrekordler 2000 Meter und olympisches Silber.

    Dr. van Aaken hatte 1972 einen schweren Unfall. Als er zur nächtlichen Stunde auf der Straße sein Lauftraining durchführte wurde er von einem Auto angefahren. Beide Beine mussten amputiert werden. In bewundernswerter Weise führte er seine Praxis weiter und sein Rat als Trainer war sehr gefragt. Durch die vielen Vorträge, den Veröffentlichungen (ca. 600!) und Büchern wurde die Dauerlaufmethode immer populärer. Nobelpreisträger Prof. Dr. Otto Warburg, der Begründer der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Prof. Dr. Manfred von Ardenne (MDR TV > Das Jahrhundertgenie), Prof. Dr. Hollmann u.v.m. befürworteten die Trainings- und Heilmethoden unseres "Laufdoktor" Ernst van Aaken. Es soll aber nicht ungenannt bleiben, dass auch viele Ärzte gegen seine Methoden waren, doch dass kennen wir ja aus der Geschichte der Menschheit zur Genüge. "Und sie bewegt sich doch!" Die heutige Generation von Lauftrainern, Sportmedizinern, Funktionären und Läufern/innen sollten unbedingt seine wichtigsten Bücher lesen:

  • "Programmiert für 100 Lebenjahre" 1976  (dritte Auflage mit 360 Seiten)

  •  "Die schonngslose Therapie" 1976 ( 543 Seiten)

  • "Alternative Medizin durch Ausdauer " 1984 (719 Seiten

  • Im Meyer & Meyer Verlag gibt es heute Nachdrucke von den Büchern. Die Originalausgaben  stehen in unserer Laufbibliothek im Sportturm der Universität Bremen und können dort eingesehen werden. Kein Verleih!

  • Woraus besteht den nun der Erfolg der Methode des Dr. van Aaken ?

    1. Hier wird vermehrt die Sauerstoffaufnahme trainiert..-. und zwar  80 - 95 % vom Umfang!
    2. Es soll täglich im schonenden Tempo mit einem Puls von 130/min. gelaufen werden!
    3. Die Tempoläufe richten sich nach der Spezialstrecke und stehen dazu im Verhältnis 1:20-40!
    4. Die Pausen zwischen den schnellen Tempoläufen gehen bis zur fast vollständigen Erholung!
    5. Anfänger  werden mit >van Aaken-Trab = 100 m laufen - 100 gehen usw.<  aufgebaut.
    6. Ziel ist es, die Ausdauer langsam über die Jahre immer weiter auszubauen.
    7. Krafttraining soll nur, wenn überhaupt, leicht durchgeführt werden. Viele Wiederholungen! 

    Durch seine vielen Vorträge in Deutschland (über 300!) , Japan, Kanada und vor allem in den USA löste nachweislich Dr. van Aaken den Laufboom aus! Durch seine harsche Kritik an den DLV und den Verbanstrainern war er beim DLV in Ungnade gefallen. Als er dann auch noch den Frauen das laufen langer Wettkampfstrecken empfahl wurde er zur "Persona non grata" im DLV und den angeschlossenen Landesverbänden. Wer zu ihm hielt und dazu gehörte natürlich auch ich, hatte darunter zu leiden! Da ich von seinen Trainingsmethoden überzeugt war und 1966 beim ersten Bremer Volkslauf, mit damals schon sagenhaften 3865 im Ziel, Jugendliche und Frauen über 800 Meter, ja sogar über 5 km starten lies, wurde ich jahrzehntelang vom Verband boykottiert und hatte es sehr schwer, die Laufbewegung hier oben im Norden durchzusetzen. Auch als ein Jahr später beim 2. Bremer Volkslauf, wo es das ganze Wochenende Binfäden regnete, wieder fast 4000 im Ziel waren änderte sich die Haltung des BLV nicht. Nun waren aber viele Delegationen aus Deutschland und Europa nach Bremen gekommen, um die, nach dem Vorbild des ersten Deutschen Volkslaufes (1964 Bobingen bei Augsburg > Otto Hosse & Co.) organisierte Laufveranstaltung zu studieren. Auch die Wertung der Altersklassen ab M/F 30 im 5- Jahre-Rhythmus, wurde nicht genehmigt. Wir führten diese aber trotzdem durch! Du kennst ja mittlerweile meinen Dickkopf. Das wurde dann erst später vom DLV übernommen. Leider wird heute bei vielen Volksläufen wieder im 10 Jahre Rhythmus und bei Frauen nur bis F 60 und Männer bis M 70 gewertet. Da wird auf die natürlichen biologischen Leistungsrückgänge keine Rücksicht genommen, obwohl die Menschen doch immer älter werden!

  • Als BLV-Verbandstrainer für Mittel- und Langstrecke übernahm ich aus Lydiards Methode den long jog und aus Dr. van Aakens Methode  das langsame Tempo für die langen Dauerläufe in der freien Natur und den hohen prozentualen Anteil der Dauerläufe vom gesamten Laufumfang.  Hinzu kam dann noch das modifizierte Hügel-Lauftraining. nach Lydiard. Hier praktizierten wir aber nicht die Sprungschritte, wie Lydiard sie uns beschrieben hatte, sondern zogen den Schritt dabei sehr lang. Das kannst Du Dir alles sehr schön auf dem Video unserer CD`s ansehen. Hier gibt es bald eine Neulauflage! Das Intervalltraining von Gerschler und Zatopek haben wir modifiziert und die Lauftempo-Stufen nach den Tabellen aus dem Buch von Toni Nett "Der Lauf"übernommen. Die Ermüdungswiderstand-Indexe (Ausdauerformeln) wurden ebenfalls von Nett übernommen. Später kamen die Formeln von Manfred Steffny Laufbuch "Marathontraining", das ist die Bibel für Marathonläufer, für 25 km (später auch Halbmarathon), Marathon und 100 km hinzu. Schon 1962 fertigte ich eine Tabelle "Was kannst Du laufen?" an, die als Bezugszeit die persönliche 1000 Meter-Bestzeit für Hochrechnungen nutzte. Diese Tabelle wurde laufend überarbeitet und man findet sie heute in fast allen Laufbüchern und Laufzeitschriften. Doch nun zurück zu 1961 und meiner Tätigkeit als Lauftrainer:

    Wir ernteten Hohngelächter. "Der Spies lässt die Läufer 35 Kilometer laufen, da werden sie doch langsam!" Doch meine Jungs von der "Lydiard-Truppe" glaubten an den Erfolg und wir ließen uns nicht beirren. Schon nach wenigen Monaten stellten sich die Erfolge ein. In den Folgejahren liefen 8 Läufer von uns die 1000 Meter unter 2:30 Min. und selbst ich , als "alter Mann", verbesserte mich auf unter 2:34 Minuten. Von 400 Meter bis 5000 Meter rannten wir alles in Grund und Boden. Einige Bremer Landesrekorde haben bis heute (2008), nach 20 Jahren also, überlebt und ich sehe keinen Silberstreif am Horizont! , Rund 30 Jahre später wiederholte sich das gleiche Spiel mit den "Werder-Runners" wo wir mit 6 Läufern/innen in einem Jahr 64 neue persönliche Bestzeiten aufstellten und in Bremen an der Spitze waren. Auch in den neunziger Jahren wurden wir, wie schon 30 Jahre vorher, von Bremer Lauftrainern angegriffen, die reihenweise die jungen Talente verheizten. Manche lernen es eben nie! Viele Läufer/innen und Lauftrainer haben aber unseren Trainingsmix übernommen und ihre Schützlinge laufen ausdauernder, schneller und sind weniger verletzt. Wichtige Trainingsbausteine sind bei uns auch Rasenlaufen und die Keniagymnastik sowie etwas Stretchingund leichtes läuferisches Krafttraining. Doch davon mehr ab Abschnitt: TM-Bausteine

    Links zur Fotogalerie:
    www.dr.-van-Aaken.com
    www.geocities.com/Pemo
    http://de.wikipedia.org

    Weitere Links werden folgen!

    Rechtschreibeprüfung ok 05.05.08



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    TM Dr.van Aaken

    Dr. van Aaken (www.dr.-van-Aaken.com)
     Dr. van Aaken (www.dr.-van-Aaken.com)

    Dem Krebs davon laufen? www.geocities.com/Pemo
     Dem Krebs davon laufen? www.geocities.com/Pemo

    Programmiert für einhundert Lebensjahre. In unserer Lauf- und Sportbibliothek haben wir die Erstausgabe!
     Programmiert für einhundert Lebensjahre. In unserer Lauf- und Sportbibliothek haben wir die Erstausgabe!