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1982 Marathoni und Marathonia bringen den Aufschwung!

Als Vorbereitung für die Marathonläufe hatten wir auf Anraten von Manfred Steffny das Modell der Bentrather Winter-Lauf-Serie übernommen. Die Laufseminare wurden intensiviert und so luden wir prominente Lauftrainer u.a. Manfred Steffny und Erich Vellage (damals Bundestrainer der Frauen >Langstrecke<) ein. Die Winterlaufserie wurde auf Anhieb ein großer Erfolg (865 Meldungen einschließlich Jugendläufe und Wanderer... die es leider jetzt nicht mehr bei der WLS in Bremen gibt.). Sie ist  heute  innerhalb weniger Tage voll ausgebucht. Mein Gott, was macht der kleine LTB bloß mit den hohen Startgeldeinnahmen?

Taufe von Marathoni

Natürlich musste der für Bremen geplante Marathon auch ein Maskottchen haben. 1982 wurde dann Marathoni und sein weibliches Gegenstück die Marathonia im Rahmen der Winter-Lauf-Serie von Waltraud Bayer getauft. Heute wird oft von "Marathonis" gesprochen und geschrieben, wenn von Marathonläufern/innen die Rede ist. Sogar im Duden wurde unsere Wortschöpfung aufgenommen. Leider aber nur der Marathoni! Wo bleibt denn da die Gleichberechtigung?

Nun liefen über ein Jahr die Vorbereitungen für den "Bremen-Marathon...durch Stadt und Land"!
Da wir nur einen kleinen Werbeetat von DM 30.000 hatten, entwickelte unsere Werbeagentur, natürlich  kostenlos, eine ausgeklügelte Werbestrate-gie. Auch für sonstige Büroarbeiten stellten wir ohne Berechnung vier Arbeitskräfte zeitweise zur Verfügung. Die größte Arbeit machten aber die Mitglieder unserer Leichtahtletikabteilung, Verwandte/Bekannte und die Lauftreffgruppen des Post SV/LTB und sonstige Lauftreffs/Vereine in Bremen. Wir wollten als Stützpunkt ein kleines Holzhäuschen am Bürgerpark in Nähe der Stadthalle übernehmen aber auch  hier legte die Vorsitzende des BLV Protest ein. Wurden wir mit fast  100 Mitgliedern (später über 150) dem Verband zu mächtig? So war es gut, dass die Stadthalle Bremen uns einen Raum zur Verfügung stellte. Eine Bremer Firma lieh uns auf unbegrenzte Zeit einen 30-Fuß-Container für die Gerätschaften. Da machte das Arbeiten Spaß und jeden Nachmittag waren so immer um die 20 Leute im Einsatz! Die liebe Ingrid Spies brachte uns jeden Tag  Kaffee/Kuchen und Getränke damit es uns gut und ging. Wir mussten abends fleißig trainieren, um nicht an Gewicht zuzulegen! Mit uns liefen auch Läufer aus Bremen und um-zu, um sich auf den Bremen-Marathon vorzubereiten. Immer mehr Läufer/innen drehten im Bremer Bürgerpark und Blockland ihre Runden. So wurde die 32 km-Runde zur beliebtesten Strecke.  So nebenbei organisierten wir über zehn (später 12) Lauf- Veranstaltungen! Die Bremer Laufszene wurde wieder mit mehr Leben erfüllt. Für meine Frau und mich war das ein Fulltimejob ohne Bezahlung! Aber wir hatten ja unsere Angestellten und alles im Griff. Bis auf mein Gewicht, das wieder höher und höher stieg. Auch dieses kennen wir von früher!

Die Vorbereitungen liefen wie am Schnürchen. Da unser Etat begrenzt war und die meisten Sponsoren Sachleistungen einbrachten mussten wir scharf rechnen. DM 50.000 standen an Barmitteln zur Verfügung. Und diese Summe musste für einen kleinen Werbeetat und notwendige sofortige Ausgaben von uns erst vorgelegt werden! Hinzu kam die Startgeldeinnahmen, so dass die Gesamtausgaben mit DM 140.000 kalkuliert waren. Da eine Profiwerbeagentur bei den zur Verfügung stehenden Mitteln unbezahlbar war, erarbeitete ich eine preiswerte Werbekampagne. Diese war so angelegt, dass die Läufer auf jede neue Anzeige in den Laufzeitschriften warteten. Wir stellten Monat für  Monat Teile der Organisation, Strecke etc. vor. Auf dem Titelblatt der Ausschreibung war die Strecke mit vielen lustigen Zeichnungen abgebildet. Es gab sogar auch farbige Poster! Man konnte sich die lustigen Zeichnungen immer wieder ansehen!
Ein Schlager war die 16seitige Broschüre "Vom Trimm-Traber zum Marathonläufer" (Auflage 3.500) die beim Versand der Ausschreibung  beigelegt wurde. Dann hatten wir noch einen kleinen Werbestand anfertigen lassen, mit dem wir auf vielen Laufveranstaltungen präsent waren.
Ganz großartig war die Arbeit der verschiedenen Organisationsabteilungen angelaufen. An der Spitze der einzelnen Sachabteilungen standen hochqualifizierte Mitarbeiter, die alle bei uns im Verein Mitglied oder zumindest Lauftreffteilnehmer und erfahrene Marathonläufer waren. 
Dipl.Ing. Michael Hasbach war für die Strecke verantwortlich. Der Maschinenbaumeister Horst Hoinke entwicklete ein Beschilderungssystem. Mittels Steckhülsen im Boden konnten die weit sichtbaren Kilometerschilder in wenigen Sekunden aufgestellt werden. Der Chefkoch der Stadtwerke Bremen Peter Wendorff lies monatelang seine Beziehungen spielen und präsentierte bei der Nudelparty und an den Verpflegungsständen ein Angebot, wie es das noch nie bei einer Laufgroßveranstaltung gegeben hatte. Manfred Steffny schrieb u.a. "Es wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben, wie es die Bremer schaffen, immer die richtige Trinktemperatur bei den Getränken zu haben!" Ingrid Spies war für das Meldewesen mit ihren Laufkameradinnen verantwortlich. Die Zeitnahme und Erstellung der Ergebnislisten übernahm Heinfried Maschmeyer aus Diepholz. Bei seiner Firma entwickelten wir eine Bildschirmmaske für die Zieleinlauf-Sprecher mit den Daten der Teilnehmer. Darüber später mehr. Die Firma Maschmeyer entwickelte einige Jahre später dann auch den Champiom-Chipzur Zeiterfassung. Die Organisatoren vom Rotterdam-Marathon, mit Dirk von Maren an der Spitze, versorgten uns mit den großen Zeituhren, die bei Start und Ziel und alle fünf Kilometer aufgestellt wurden. (Später haben Werner Mevius & Co. die Uhren immer aus Holland abgeholt). Für  die Duschzelte, die ich erst nach langen und  harten Diskussionen, unter Mithilfe des damaligen Bremer Bürgermeisters Hans Koschnick,genehmigt bekam, war das THW zuständig. Für den Funkdienst standen die Funknetze der Polizei, des DRK und des Auto-Hilfs-Club Bielefeld zur Verfügung. Die Beschallung übernahm die Firma Knoop, die europaweit Großveranstaltungen betreute. Vierzehn Vereine und Lauftreffs aus Bremen und umzu standen für zehn Verpflegungsstationen und acht Erfrischungsstationen bereit! Der Sportärzte-und Bremen arbeitete mit dem DRK zusammen. Mercedes Benz sorgte für das Transportwesen. Die Bremer Stadthalle stellte die Hallen und das Personal als Sponsor  kostenlos zur Verfügung! Des Weiteren hatte die Gruppe G-W-S (Gas - Wasser - Sch...) um Hans Glintenkamp einen komplett ausgerüsteten Bauwagen im Einsatz! Die von uns konzipierte Sport- und Laufmesse "Marathonis Welt" lag also in guten Händen. Ohne meine guten Beziehungen zur Bremer Polizei ging es natürlich auch nicht. Hätten wir das alles bezahlen müssen, wären die Kosten mehr als dreimal so hoch gewesen, also bei fast einer halben Million DM!. Wir erinnern uns: Frankfurt hatte bei fast gleicher Teilnehmerzahl einen Etat von 1,75 Millionen!  Insgesamt knapp 1400 Personen standen als Mitarbeiter und Helfer für das Marathon-wochenende dann bereit! Die Laufmesse Marathonis Welt war mit Hilfe von Erwin Erdmann(der uns auch großartig bei der Winterlauf-Serie unterstützt hatte) geplant und realisiert worden. Nun konnte das Marathon-Wochenende kommen.

Das Wochenende am 22./23 April 1983 schrieb dann ein weiteres Kapitel der Bremer Laufgeschichte!
Kjell Erik Stahl,einer der weltbesten Marathonläufer der achtziger Jahre, war schon einige Tage früher angereist und bat um einen Trainingspartner. Michael Spöttel aus Verden, der deutsche Marathonmeister, lief dann mit ihm und rief mich schon am nächsten Tag an: "Heinz mit dem Stahl kann ich nicht trainieren, der läuft ja so langsam, da fallen mir die Beine ab!" Ich erwiderte: "Michael, da kann man von lernen, dann läufst du im Rennen noch schneller!"

Viele von meinen Lauffreunden aus Deutschland waren gekommen und nahmen an der Podiumdiskusion teil. So auch die beiden DLV-Bundestrainer für Marathon Winfried Aufenanger(Kassel) und Erich Vellage (Hannover). Manfred Steffnyder Herausgeber von "Spiridon Das Laufmagazin" lief sogar mit. Horst Preisler der die meisten Marathonsläufe aufzuweisen hatte lief hier seinen 100. Marathon.
( Bemerkung 2007: Heute sind es über 1500!)

                                              Merke!
                    Wer viel langsam trainiert. kann viel schneller laufen!

Knapp 2000 Marathonis und Marathonias hatten gemeldet. Hinzu kamen noch die 850 Teilnehmer am"Mini-Marathon" über 10 Kilometer und die 150 Kinder beim "Kinder-Schatzsuchelauf". Nun konnte es loslaufen! Am Freitag begann in der alten Bremer Eislaufhalle auf der Bürgerweise die Sport- und Laufmesse "Marathonis Welt".  Natürlich mit der obligatorischen Nudelparty, die von Peter Wendorff und seinen vielen fleißigen Helferinnen mustergültig ausgerichtet wurde. Es schmeckte großartig. Ein hochkarätige Podiumdis-kussion zu der alle unsere Freunde  aus nah und fern gekommen waren und viele weitere Attraktionen machten die Laufmesse zu einem Erlebnis. Natürlich konnten sich die Teilnehmer über ein großes Angebot zu Sportartikeln freuen.

Dann war der große Tag endlich da. Ich hätte bequem zu Hause im Bett liegen bleiben können. Alle Stabsmitarbeiter und Helfer arbeiteten völlig selbstständig! Vier Video-Teams standen bereit um die norddeutsche Premiere, das Laufereignis "Bremen-Marathon... durch Stadt nd Land" zu filmen.
Zwei Startblöcke sorgten dafür, dass knapp Läufer innerhalb von 48 Sekunden (1986  bei 3050 Startern mit 3 Startblöcken in 55 Sekunden >Weltrekord<) die Startlinie überquerten. Dann, wie Manfred Steffny schrieb: "Die böse Panne"! Ca. 800 Meter nach dem Start ging es rechts ab in eine Kurve. Hier hatten wir eine Barriere aufgestellt, die von der Polizei wieder abgebaut wurde, damit Gäste aus dem Parkhotel mit dem Auto wegfahren konnten. Die Posten "schliefen" wohl und der Führungsradfahrer, der vorne an der Spitze fahren sollte, verließ sich auf das Führungsfahrzeug und führte die Verfolgergruppe an. Im Führungswagen saß der Frauen-Marathon-Bundestrainer ("Heinz ich kenne die Strecke"), der den Platz für unseren streckenkundigen Beifahrer eingenommen hatte. Der Wagen fuhr nicht in die Kurve ein, sondern gerade aus weiter. Schon war es geschehen. Stahl und Spöttel liefen ca. 80 Meter weiter, während die Verfolgergruppe richtig eingewiesen worden war. Wir waren wie vom Donner gerührt und drückten vor allem Spöttel die Daumen, der ja unter 2:14 und damit die Olympianorm laufen wollte.
Es lief alles gut, Stahl gewann in 2:12:28, der damals schnellsten Zeit, die je bei einem deutschen Stadt-Marathon gelaufen wurde (nur Frank Shorter (USA) war 1972 bei der Olympiade in München schneller) und Spöttel blieb unter der Olympianorm. Sie erhielten als erste die begehrten Medaillen der Serie "Berühmte deutsche Läufer" mit Max Syring als erstes Motiv.
Da wir bei der Eingabe der Anmeldedaten auch die persönliche Bestzeit berücksichtigt hatten, konnten die Zieleinlauf-Sprecher auf dem Monitor erkennen, wer diese im Ziel verbessert hatte. Es war unglaublich 63 % aller Teilnehmer, die schon vorher Marathon gelaufen waren, hatten sich in in Bremen verbessert!  Lag es evtl. daran, dass schon ein Jahr vorher, die Trainingsmix-Broschüre "Vom Trimm-Traber zum Marathonläufer" in einer Auflage von 3500 Exemplaren ausgegeben wurde? Bedauerlich war, das "buten und binnen" einen völlig verfälschten Bericht brachte, der fast nur Bilder   von angeblichen Zusammenbrüchen einzelner Teilnehmer und Einsätze von Krankenwagen zeigte. Doch das kannten wir und andere Sportarten mit Leistungscharakter schon seit Jahrzehnten  in Bremen!
Es folgten die Jahr 1984 bis 1986 mit Innovationen, die weltweit dann übernommen wurden: Triastart mit dem o.a.Weltrekord. Zieleinlauf in die große und vollbesetzte (ca. 8000 Zuschauer) Stadthalle Bremen. Videoübertragung von der Strecke auf Großbildleinwand. Eine Lauf- und Sportmesse die damals Maßstäbe setzte. Von der Bremer Marathon-Verpflegung schwärmen immer noch die Teilnehmer! Das Streckenkenn-zeichnungsystem ist heute noch unübertroffen. Auch bei der Entwicklung der Zieleinlaufprogramme und Ergebnislisten hatten wir unseren Anteil. Winfried Maschmeyer entwickelte das Programm immer weiter und dann den Championchip.
1984 war Kjell Erik Stahlwieder am Start. Er wollte auf der schnellen Bremer Strecke  den schwedischen Rekord angreifen. Nike hatte Herbert Steffny als Hasen verpflichtet. Dieser machte seine Sache gut, stieg aber bei km 25 aus. Das war auch so verabredet, doch nun musste Stahl alleine laufen und der Wind verhinderte um wenige Sekunden den Rekord.

Noch etwas zur Erheiterung:
Da die Bremer Einlaufzeiten so gut waren und viele persönliche Bestzeiten gelaufen wurden, haben die Frankfurter Marathon-Organisatoren mit Wolfram Bleul an der Spitze, die Strecke nach AIMS-Vermessungsrichtlinie überprüft. Ergebnis: Sie war 4 Meter zu lang.

Düstere Zukunft?
Da wir mangels Unterstützung den Schuldenberg nicht abbauen konnten und der Post SV das nicht mehr mitmachte, gründeten wir den Lauf- und Trimmclub Bremen. Während die Laufszene sich gut in der BD und erst recht  in Bremen entwickelte, ging es  finanziel den Bach runter.
Ermuntert vom BLV-Funktionären (... den Bremen-Marathon genehmigen wir nicht mehr... der läßt ja Kinder >Anja Albrecht aus Hamburg< mitlaufen!*) ging der Hamburg-Marathon schon 1986 auf unseren Termin! Trotzdem hatten wir mit Marathon, Mini-Marathon und Kinderschatzsuchelauf über 4300 Teilnehmer! Doch ohne Zuschüsse, wie sie damals in sechsstelliger Höhe bei Stadtmarathonveranstaltungen üblich waren (Frankfurt und Berlin hatten einen Millionenetat), konnten wir nicht mitghalten.
* Dr. van Aaken hätte übrigens seine helle  Freude an dem Lauf von Anja Albrecht gehabt, die barfuß laufend ohne Erschöpfung ins Ziel kam. Eine Genehmigung zum Start hatten wir übrigens nicht erteilt! Ich persönlich befürworte aus den verschiedensten Gründe (u.a. noch nicht geschlossene Wachstumsfugen) einen wettkampfmäßigen Marathonlauf erst ab 22 Jahren.

"Die feindliche Übernahme"
Ab 1987 begann ein dunkles Kapitel Bremer Marathon-Geschichte. Wir wurden, wie es ein bekannter Laufjournalist schrieb,  auf die wohl übelste, gemeinste Art ausgetrixt, diffamiert und schließlich eliminiert.

>eingefügt 01.08.2007 >
Da unser Hauptsponsor Nike von 1983 bis 1986 uns zwar mit Sachleistungen unterstützte  und die Antrittsgelder bzw. Sieg- und Zeitpämien für schnelle Läufer übernahm aber kein Bargeld für die Organisation zahlte, suchten wir einen neuen Sponsor. Der Marketingleiter einer der weltweit größten Sportartikelfirmen versprach uns den Himmel auf Erden, doch der schriftliche Vertrag kam und kam nicht. Man hielt uns so lange hin bis wir die Notbremse ziehen mussten. War das ein abgesprochenes Ziel?

Hoch verschuldet musste unser Laufverein Konkurs anmelden. Die "Retter" des Bremen-Marathon krempelten  nun Organisation um . Die Medaillen-Serie "Berühmte deutsche Läufer" wurde abgeschafft, das Maskottchen "Marathoni" durch die "Bremer Stadtmusikanten" ersetzt. Die Sport- und Laufmesse wurde verändert, allerdings mit einigen guten Ideen, die wir aber schon geplant hatten. Die Werbung war dilettantisch und lieblos. So kam es wie es kommen musste. Es standen gleich über 1000 Teilnehmer beim Marathon weniger am Start, obwohl der Laufboom ungebrochen war. Die IGL fiel ihrem Mitglied Heinz Spies in den Rücken und bot sich dem BLV mit einer IGL-Meisterschaft an. Hinzu kam noch ein Interview in der IGL-Zeitschrift Condition wo der BLV-Vorstand (1. Vors.)  über mich herziehen konnte.

Verweigerte man uns vorher Läufer aus Bremens Partnerstädten (u.a. Riga) einzuladen, so wurde das jetzt gemacht und über sogar über 750 Läufer aus der ehemaligen DDR durften fast kostenlos teilnehmen. Doch das nützte alles nichts. Es kamen immer weniger. Die Läufer draußen im Lande hatten erkannt, wie man mir mitspielte und boykottiertem praktisch die Bremer Veranstaltung!

Es war schon ein Wunder, dass bis 1993 der Bremen-Marathon noch durchführt wurde. Dabei wechselten sich sage und schreibe vier Organisationsleiter (ein Professor, ein Dr. phil. schließlich zwei hochrangige Funktionäre des BLV) hintereinander ab. Der Inhalt des 30-Fußcontainers, wurde nicht mehr benötigt und endete auf dem Schrottplatz!!  Es gab dann immer wieder Versuche, den Bremen-Marathon zum Leben zu erwecken, die alle scheiterten. Ich war ja schon lange ausgeschieden und nahm andere Aufgaben als Lauftrainer und in der IGL der Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer war, weil es dort kriselte. Damit begann der Aufschwung von Trainingsmix so richtig und wurde zur Erfolgsstory! Mehr darüber im letzten Kapitel!
Übrigens: Die gleichen Erfahrungen wie ich in Bremen, machten auch die Cheforganisatoren der ersten Stunde von den Stadtmarathonveran-staltungen in Nürnberg, München, Hannover, ja sogar in Frankfurt kam es später nach der Wiederaufnahme zu einem nicht schönen Wechsel.

Nun gibt es ihn seit 2005 wieder, den Bremen-Marathon. Wird er sich halten? In einer Analyse (37 Arbeitsstunden) habe ich aufgezeigt, wie es erfolgreich laufen könnte. Nicht ein Wort des Dankes habe ich dafür erhalten. Leider sind wohl die Erfahrungen der alten Häuptlinge  nicht mehr gefragt? So kamen 2006 schon wieder ca. 1300 Marathonläufer weniger ins Ziel! Dafür gab es aber zusätzlich zu dem swbMarathon. einen gut besetzten Halbmarathon., die 10 km und einen schönen Kinderlauf. Trotzdem, man wird da nachdenklich , weil es heute fünf Mal so viele Marathonläufer als 1986 gibt und unsere gesamte Teilnehmerzahl von 1986 mal gerade knapp erreicht wurde.
Viel Glück und Erfolg den neuen Organisatoren. Die Bremer Laufszene und um-zu kann es sehr gebrauchen, denn sie liegt im Vergleich mit anderen Regionen immer noch weit zurück.

>31.12.2007<
Nachtrag: Meine Befürchtungen in Sachen Marathon scheinen zu stimmen. während der Halb-Marathon gut läuft, stagniert der Hauptlauf und die Laufmesse entwickelt sich überhaupt nicht!

Bremen ist in der Hitliste der besten Marathons auuf den vorletzten Platz zurückgefallen. Wirlagen mal an dritter Stelle!
Ich hätte schon das Dankmodell für eine erfolgreiche Konzeption. Die Stadt-Halle wäre mit über 10.000 Besuchern gefüllt und so um die 8000 bis 10.000 Läufer/innen könnten es sein. Doch da halte ich mich zurück und bewahre meine Überlegungen für mich.

Was haben wir nun wieder gelernt?
Glaube an die Auferstehung, denn Totgesagte leben länger! Doch mit schönreden und schönschreiben macht man noch lange keinen erfolgreichen Marathon, der einer Großstadt wie Bremen zustände. Schließlich haben wir doch heute die vierfache Zahl an Marathonläufen gegenüber den 80er Jahren!

Im vorletzten Kapitel schreiben wir über die rasante Entwicklung von Trainingsmix