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1958 Das sportliche Lebensziel die 3000 unter 9 Minuten erreicht!
Es war zum Verzweifeln. Die 9 Minuten Barriere wollte einfach nicht fallen. Hatten wir nicht hart genug traniert? Oder zu hart? Der Trainingsplan für uns Moderne Fünfkämpfer wurde für die Disziplin Geländelauf von Woldemar Gerschler (Universität Freiburg) erstellt. Gerschler hatte einen guten Ruf. War er doch Trainer von Rudolf Harbig dem Wunderläufer aus Dresden gewesen. Dieser stellte lief zwei Weltrekorde. Die 400 Meter in 46,0 und die 800 Meter in 1:46,6. Wissenschaftlich unterstützt wurde Herr Gerschler von Prof. Reindell. Hauptziel in der Freiburger Traningsmethode war die schnelle Vergrößerung des Hervolumens und die Tollerieung hoher Laktatwerte. Das Intervalltraining von Zatopek der 25 bis 50 mal (später sogar 100 mal sehr langsam!!) die 400 Meter mit Trabpausen von 200 Meter lief, wurde modifiziert. So mußten wir 25 bis 30 mal 200 Meter um die 30 Sekunden mit 200 Meter Trabpause rennen. Später wurde die Trabpause auf 150 Meter und dann sogar auf 50 Meter verringert! Der Wahnsinn wurde noch gesteigert! Es gab keine Trabpause mehr, wir mussten uns für 1 Minute hinlegen und die Füße mit den Unterschenkeln in Wasserbehälter eintauchen! Doch wir glaubten an das "Intervalltraining Freiburgischer Prägung" und so zog ich wohl als einziger Läufer in Bremen dieses harte Programme konsequent durch. Drei- bis viermal pro Woche wurde schnelles Intervalltraining gemacht. Egal wie das Wetter war. Bei Hitze, Sturm oder im Winter zog ich meine Bahnen. Im Winter wurde der Schnee, eine Schaufel breit, von der Bahn geschippt, so dass ich manchmal wie in einem Graben lief. Damals gab es ja noch jeden Menge Schnee bei uns im Norden. Auch nachts wurde traniert, wenn ich bis 22.00 Uhr Dienst hatte! Doch große Fortschritte machte ich nicht und heute wissen wir warum! Wir haben den Anteil der aeroben Ausdauer nicht genügend trainiert! Das änderte sich erst, als der Landarzt Dr. van Aaken gegen den DLV und seine Trainingsmethoden wetterte! Als ich seine Schrift >Kritik des Intervall-Tranings Freiburger Prägung in Theorie und Praxis< las, das waren über 30 Schreib-maschinenseiten, begriff ich was wir falsch machten. Da muss man sich nur etwas mit der Biologie beschäftigen! Doch davon später und nun zurück zur Attacke auf die 9 Minuten! Nach den 9:45,6 (1953) war ich ein Jahr später bei 9:31,6 angelang. 1955 war kein schlechtes Jahr, denn ich wurde zum ersten Mal Bremer Meister über 5000 Meter in 16:09,8. Dieses aber nur weil mein Freund Klaus Bremer nicht mitlief. Der konnte weiter unter 15 Minuten laufen! Bei der Polizeischau im Weser-Stadion rannte ich vor 30.000 Zuschauern die gesamte deutsche Fünfkampfelite mit Kapp (NRW) & Co. über 3000 m in 9:16,4. in Grund und Boden. In 3 Rennen mit 9.07,8, dann 9:06,4 und 9:02,2 verfehlte ich 1956 dreimal knapp die 9-Minutengrenze. 1957 war ein hartes Jahr. Ich machte in der Abendschule mein Abitur für die gehobene Polizei-Laufbahn. Ich lief aber trotzdem 17 Rennen und die Zeiten über 1000 Meter (2:37,8), 1500 Meter (4:06.7) und vor allem über 2000 Meter (5:50,0) zeigten auf, dass es hätte eigentlich klappen müssen. Doch was lief ich? Wieder eine 9:02,2! Ach hätte ich doch das Talent von Klaus gehabt, der mit weniger Training 8:28,4 lief!! In der Bestenliste des Jahres 1957 folgte dann noch der Bremerhavener Burmeister mit 8:48,2 und ich war mit meiner Zeit der Drittbeste. Jens und ich stellten im Winter das Lauftraining auf mehr Laufausdauer um! Auch das Hügellauf-Training nach Lydiard bauten wir ein. Wir verkürzten den Anteil des Tempolauftraining . Es hagelte eine Bestzeit nach der anderen! Bei 29 Rennen lief ich zehn persönliche Bestzeiten! Dabei am 1. Juni mit Jens in Oldenburg 8:53,9 über 3000 m. Nun hatten wir es endlich geschafft! Die Bestzeiten 1958 waren: 400 m 55,7 (fliegend, d.h. ohne Start), 800 m 2:01,2, 1000 m 2:36,4, 2000 m 5;47,2, und 3000 8:53,9. Ende 1958 trat ich meinen Dienst bei der Schutzpolizei in Bremerhaven an und wurde Mitglied im Polizei-Sportverein Bremerhaven. Nun konnte ich nur noch zweimal pro Tag tranieren. Ingrid und ich hatten im Mai 1959 geheiratet und mussten unsere Dienstwohnung einrichten. Ich hatte mich mit "Wotan" dem Polizeihund vom kleinen Polizeirevier im Speckenbütteler Park angefreundet und half bei der Hundesausbildung mit. Da ich sehr gut mit Hunden umgehen konnte, dufte ich auch einmal bei der Auslieferung von Schäferhundwelpen in Asien mithelfen. Wir fuhren mit dem Kombi-Frachter "Hessenstein" fast alle Länder in Asien an und lieferten in 14 Häfen jeweils 1 bis 2 Hunde ab. Da ich ganz gut englisch sprechen konnte half ich bei den Landausflügen der Passagiere mit und lernte so viel kennen. In Colombo nahm ich als Gast bei der 5000 - Landesmeisterschaft teil und siegte bei 42° in knapp 15:55 Min. Damit war ich inoffiziell Landesmeister. Na so was!
1960 1960 wurde ich zu einem 4000 m -Testlauf der deutschen Fünfkämpfer eingeladen. Die Strecke war wegen der Punktewertung genau vermessen. und führte durch flaches Gelände. Hier siegte ich zu meinem Erstaunen in 11.54 Min. Ich durfte bei der Olympiade in Rom wieder Betreuungsaufgaben im internationalen Jugendlager und bei den Fünfkämpfern übernehmen. Wir Betreuer wurden sogar eingekleidet und durften am Einmarsch teilnehmen, damit unsere Kameraden, die am nächsten Tag ihre Wettkämpfe hatten. sich schonen konnten. Beim PSV Bremerhaven wurde ich nun Lauftrainer und im Bremer Leichtahthletik-Verband verantwortlich für den Mittel- und Langstreckenlauf. Gleichzeitig war ich auch Pressewart für den BLV. Es häuften sich also die Ehrenämter! Hinzu kam, dass ich zur Kriminalpolizei in die Abteilung Wirtschaftskriminalistik versetzt wurde und man höre und staune eine Bilanzbuchhalterschulung mitmachen sollte. Dazu hatte ich nun wirklich keine Lust. So nahme ich gerne ein Angebot des weltweit größten Unternehmen-Beratungsinstitutes McKinsey an, zumal ich dort mehr als das dreifache verdiente. Auch für Kienbaum war ich tätig. Erst 1963 nahm ich wieder das Leistungstraining auf. Ich hatte mittlerweile den Traningsmix als Verbandstrainer modifiziert und damit gute Erfolge bei meinen Schützlingen vorzuweisen. Darüber und über die Lydiard-Truppe und der Organisation des ersten Norddeutschen Volkslaufes mehr in TM - Story VI.
Was haben wir gelernt?
Konsequente Zielverfolgung führt zum Erfolg!
Im nächsten Kapitel lernst Du mich als Läufer, Trainer und nordddeutschen Volkslaufpionier kennen!
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